Nebelspalter · ESAF 2025 · Schwingen · Text & Illustration
Schwingbegriffe einfach erklärt — geschrieben & gezeichnet für den Nebelspalter
Zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest ESAF 2025 entstand für den Nebelspalter meine Doppelseite „Schwingbegriffe einfach erklärt“ — Text und Illustrationen von mir, mit fünf Schwüngen, die es besser nur auf Papier gibt.

Diesmal kam nicht nur die Zeichnung von mir
Bei dieser Doppelseite entwickelte ich nicht nur die Bilder, sondern auch Konzept, Begriffe und Texte.
Das war bei diesem Thema besonders reizvoll, weil Schwingen bereits über eine eigene, sehr bildhafte Sprache verfügt. Viele echte Schwingbegriffe klingen für Uneingeweihte ohnehin so, als könnten sie erfunden sein.
Mein Ansatz war deshalb nicht, den Sport von aussen zu parodieren, sondern seine Sprache einen halben Schritt weiterzudenken — bis aus etwas durchaus Plausiblem langsam kontrollierter Unsinn wird.
Fünf Schwingbegriffe, die es so nicht gibt
Für die Seite entstanden fünf vermeintliche Techniken, jeweils mit eigenem Namen, eigener Zeichnung und einer kurzen „Erklärung“:
- Das Murmeli — ein Griff, der den Gegner in trügerischer Harmlosigkeit wiegt, bevor er merkt, dass sein Rücken bereits Richtung Sägemehl unterwegs ist.
- Der Bartli — vermutlich eine Technik für Männer mit ausgeprägtem Vertrauen in ihre Gesichtsbehaarung.
- Der Langnauer Zopf — eine bemerkenswert textile Lösung für ein eigentlich körperliches Problem.
- Der Munistich — kraftvoll, traditionsnah und mit einer gewissen landwirtschaftlichen Restspannung.
- Der Schnupfer — ein Schwung, bei dem die Atemwege möglicherweise mehr Einfluss auf den Kampfverlauf nehmen, als von der Regelkommission vorgesehen.
Die Begriffe lehnen sich bewusst an die Klangwelt echter Schwingtechniken an. Der Witz funktioniert am besten dort, wo man für einen kurzen Moment nicht ganz sicher ist, ob vielleicht doch etwas davon existiert.
Schwingen: ernst, traditionsreich und sehr dankbar für Cartoons
Schwingen ist Sport, Brauchtum, Festkultur und Schweizer Selbstverständnis zugleich.
Die Zwilchhosen, das Sägemehl, die Namen der Griffe, die Ruhe vor dem Kampf und die plötzliche körperliche Wucht ergeben bereits von sich aus ein starkes visuelles Vokabular.
Für Satire ist genau diese Mischung interessant: ein Thema ernst genug nehmen, um seine Regeln zu verstehen, und dann an einer kleinen Stelle so lange drehen, bis etwas Komisches sichtbar wird.
Für den Nebelspalter
Meine ersten Cartoons erschienen 1983 im Nebelspalter, kurz nachdem ich 16 geworden war. Die Zusammenarbeit mit dem Magazin setzte sich mit Unterbrechungen über mehr als vier Jahrzehnte fort.
Über die Jahre entstanden dabei Cartoons, Karikaturen, Titelbilder, Editorial Illustrations und satirische Beiträge zu sehr unterschiedlichen Schweizer Themen.
Die ESAF-Doppelseite verbindet deshalb mehrere Dinge, die in meiner Arbeit immer wieder zusammenkommen: Schweizer Themen, Cartooning, Editorial Illustration und humoristisches Schreiben.
Cartoonist Schweiz — Nebelspalter & über vier Jahrzehnte satirische Illustration →
Wenn Text und Zeichnung aus derselben Idee entstehen
Bei vielen redaktionellen Aufträgen bekomme ich einen vorhandenen Text oder ein Thema und entwickle dazu die Illustration. Bei Schwingbegriffe einfach erklärt entstand beides gemeinsam.
Der Name eines erfundenen Schwungs beeinflusste die Zeichnung; die Zeichnung wiederum führte zu einer besseren Formulierung. Text und Bild konnten sich gegenseitig hochschaukeln, bis die Pointe funktionierte.
Diese Arbeitsweise liegt zwischen Cartoon, Kolumne und illustrierter Satire. Der visuelle und der sprachliche Teil müssen nicht miteinander konkurrieren — beide können denselben Gedanken von zwei Seiten aufbauen.
Cartoons & Illustration für Schweizer Medien
Schweizer Redaktionsthemen begleiten meine Arbeit seit meinen ersten Veröffentlichungen.
Neben dem Nebelspalter erschienen Arbeiten unter anderem im Tagblatt der Stadt Zürich, Tages-Anzeiger, Das Magazin, Schweizer Illustrierte, Blick, SonntagsBlick, NZZ am Sonntag und weiteren Schweizer Publikationen.
Dabei reicht das Spektrum von Einzelcartoons und satirischen Kommentaren bis zu Editorial Illustration, Comic und längeren visuellen Formaten.
Ein Cartoonist im Sägemehl
Meine Beziehung zum Schwingen ist übrigens nicht rein theoretisch.
Beim Cartoonfestival Langnau 2013 wurden wir Cartoonisten zu einer Einführung ins Schwingen eingeladen. Es wurden Freiwillige gesucht. Ich meldete mich — aus einer Mischung aus Neugier, internationaler Höflichkeit und unzureichender Risikoanalyse.
Die Bierchen kamen erst nach dem Kampf. Daran lag es also nicht.
Kurz darauf stand ich dem Kranzschwinger Schlüchter Franz gegenüber. Das Wort „gegenüber“ beschreibt die Situation allerdings nur während der ersten Sekunden zuverlässig.
Danach flog ich.
Cartoonist trifft Schwinger — Mit 300 km/h ins Sägemehl →
Wer einmal selbst im Sägemehl gelegen hat, zeichnet einen Munistich anschliessend mit einer gewissen Demut.
ESAF 2025 — Ausgabe 07/08 des Nebelspalter
Die Doppelseite erschien in der Ausgabe 07/08 2025 des Nebelspalter anlässlich des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests im Glarnerland.
Originalbeitrag beim Nebelspalter: „Schwingbegriffe einfach erklärt“ →
Illustration, Cartoons & Editorial Work für die Schweiz
Ich arbeite weiterhin für Schweizer Kunden und Redaktionen in den Bereichen Editorial Illustration, Cartoon, Karikatur, Character Design, Kampagnenillustration und visuelle Kommunikation.
Je nach Projekt kann meine Rolle rein zeichnerisch sein — oder, wie bei dieser ESAF-Doppelseite, Konzept, Text und Illustration umfassen.
Deutschsprachige Projekte können direkt auf Deutsch entwickelt und abgestimmt werden.
Weitere Arbeiten
Illustration Portfolio
Ein Thema, das Text und Zeichnung braucht?
Für Editorials, Magazine, Kampagnen und Kulturprojekte entwickle ich je nach Auftrag Illustrationen, Cartoons oder komplette visuelle Beiträge mit Konzept und Text.




