Cartoonist Schweiz — Editorial Cartoons für den Nebelspalter und über vier Jahrzehnte satirische Illustration
Diese Serie von fünf farbigen Editorial Cartoons entstand für die Septemberausgabe 2025 des Schweizer Satiremagazins Nebelspalter. Die Zeichnungen begleiteten den Artikel „Bin ich ein Heuchler? – Der grosse Ehrlichkeitstest“ von Stefan Kämpfen, eine satirische Selbstprüfung über Doppelmoral, moralische Selbstdarstellung und jene angenehme Gewissheit, dass selbstverständlich immer die anderen gemeint sind.
Für mich steht diese Arbeit zugleich in einem viel grösseren Zusammenhang. Ich veröffentlichte meine ersten Cartoons im Nebelspalter im Jahr 1983, im Alter von 16 Jahren, nachdem der damalige Chefredaktor Werner Meier erste Zeichnungen angenommen hatte. Damit begann eine berufliche Verbindung, die sich über mehr als vier Jahrzehnte erstreckte und bis Januar 2026 andauerte. Damals war ich der jüngste Zeichner des Magazins.
Der Nebelspalter, 1875 in Zürich gegründet, ist eine zentrale Institution der Schweizer Satiregeschichte. Für mich war er über Jahrzehnte weit mehr als ein Publikationsort: Er war einer der entscheidenden Räume, in denen ich meine Arbeit als Cartoonist, Schweizer Illustrator, Satirezeichner und humoristischer Autor entwickeln konnte.

Satirische Zeichnungen für „Bin ich ein Heuchler?“
Der Artikel zerlegt verschiedene Spielarten moderner Selbstgerechtigkeit in Quizform. Meine Zeichnungen greifen diese Typen auf und übersetzen sie in eigenständige satirische Figuren: den scheinheiligen Prediger, den moralisch sehr gut ausgestatteten Weltverbesserer, die mitfühlende Fernsehzuschauerin, den defensiven Kleinbürger mit Gartenzwerg und den Mann, der seine eigene Ehrlichkeit offenbar für eine hinreichende Charakterleistung hält.
Solche Illustrationen funktionieren nicht als neutrale Bebilderung. Sie müssen den Text aufnehmen, verdichten und mit einer zusätzlichen Pointe versehen. Eine gute redaktionelle Karikatur wiederholt den Artikel nicht; sie setzt einen Haken daneben. Manchmal höflich, manchmal weniger.

Cartoonist, Karikaturist und Schweizer Illustrator
Meine Zusammenarbeit mit dem Nebelspalter begann sehr früh und wurde zu einer tragenden Linie meiner Laufbahn. Über die Jahre entstanden politische Cartoons, Editorial Cartoons, satirische Illustrationen, doppelseitige humoristische Bildstrecken, illustrierte Essays, Kolumnen und längere Text-Bild-Formate. Diese Arbeit verlangte immer dieselben Grundfähigkeiten: genaues Beobachten, Verdichtung, Timing, sprachliches Gespür und die Bereitschaft, eine Idee notfalls mit einem Gartenzwerg zu Ende zu denken.
Als Cartoonist in der Schweiz und Schweizer Illustrator war der Nebelspalter für mich besonders prägend, weil dort Zeichnung, Satire, gesellschaftliche Beobachtung und publizistische Disziplin eng zusammengehören. Ein Cartoon muss auf engem Raum funktionieren. Er hat keine Zeit für Anlauf. Das ist eine gute Schule, auch für alle anderen Bereiche visueller Kommunikation.

Vier Jahrzehnte Satire im Nebelspalter
Von 1983 bis Januar 2026 habe ich für den Nebelspalter gearbeitet — zunächst als sehr junger Zeichner, später als etablierter Cartoonist, Illustrator und satirischer Autor. Diese lange Zusammenarbeit gehört zu den wichtigsten Konstanten meiner beruflichen Biografie.
1988 veröffentlichte der Nebelspalter Verlag mein Buch Zürich, my little town, eine 80-seitige satirische Liebeserklärung an meine Heimatstadt, mit einem Vorwort des damaligen Zürcher Verkehrsdirektors Erich Gerber.
- Buchtitel: Zürich, my little town
- Verlag: Nebelspalter Verlag
- Erscheinungsjahr: 1988
- ISBN: 978-3-85819-124-3
Meine Arbeiten erschienen darüber hinaus in Nebelspalter-Anthologien und Sonderpublikationen. Zusammen betrachtet bildet diese vier Jahrzehnte umfassende Tätigkeit einen wesentlichen Teil meines Profils als Cartoonist, Karikaturist, Satireillustrator und visueller Erzähler.

Die fünf Zeichnungen dieser Ausgabe
Für den Artikel von Stefan Kämpfen entwickelte ich fünf eigenständige farbige Cartoons, die jeweils eine satirische „Auswertung“ des Ehrlichkeitstests verkörpern. Die Figuren sind bewusst typisiert, aber nicht austauschbar. Jede Zeichnung hat ihre eigene kleine Bühne, ihr eigenes Requisitensystem und ihre eigene Form von Selbstentlarvung.
- der scheinheilige Prediger mit dekorativer moralischer Autorität;
- der aktivistische Gutmensch mit Anti-Kuh-Furz-Plakat;
- die Fernsehzuschauerin zwischen echtem Mitgefühl und sicherem Abstand;
- der misstrauische Gartenzwerg-Bürger im privaten Verteidigungsmodus;
- der schamlos selbstzufriedene Mann, dem seine eigene Offenheit offenbar vollkommen genügt.
Die Zeichnungen sind digital ausgeführt, behalten aber die Beweglichkeit und Direktheit meiner cartoonistischen Linie. Farbe, Textur und Nebenrequisiten dienen nicht als Dekoration, sondern als Teil der Pointe. In satirischer Illustration ist ein kleiner Gegenstand oft nützlicher als ein zusätzlicher Absatz Erklärung.

Editorial Cartoons, Satire und Auftragsillustration
Diese Nebelspalter-Serie zeigt exemplarisch, wie ich redaktionelle Themen visuell bearbeite: mit Cartoons, Karikaturen, satirischer Illustration und verdichteten Szenen, die einen Text erweitern, statt ihn nur zu begleiten. Ich arbeite für Magazine, Verlage, Redaktionen, kulturelle Institutionen und Organisationen, die Humor, Haltung und präzise visuelle Beobachtung benötigen.
Weitere Arbeiten finden sich in meinen Bereichen Cartoons, Comics & Visual Storytelling, Editorial & Educational Illustration sowie in den Case Studies.

Anfragen für Cartoons, Karikaturen und satirische Illustration
Ich arbeite als Cartoonist, Karikaturist, Schweizer Illustrator und satirischer Zeichner für redaktionelle, kulturelle, pädagogische und kommunikative Projekte — darunter Magazine, Verlage, Lehrmittel, Kampagnen, Einzelcartoons, Illustrationsserien und visuelle Kommentare für Print und digitale Formate.
Für redaktionelle Anfragen, Cartoon-Serien oder satirische Illustrationsprojekte erreichen Sie mich unter [email protected].



